Die Deutsche Bahn AG und die französischen SNCF haben am Montag ihre Pläne kundgetan, mit durchgehenden ICE- und TGV-Verbindungen die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Paris auf 4 Stunden zu verbessern.
Das ist im Prinzip eine tolle Sache, erfordert aber den Neubau einer Rheinbrücke bei Kehl und der sog. Appenweier Kurve, was etwa 300 Mio. Euro für 3 Minuten Fahrzeit kostet.
Es ist aber eine billigere und schnellere Variante denkbar, indem man die Züge nicht nach Straßbourg einfahren lässt, sondern nördlich davon in Richtung des elsässischen Roeschwogg leitet, dann über die Wintersdorfer Rheinbrücke nach Rastatt schickt und auf die deutsche Rheintalschiene einfädelt.
Nach VCD-Schätzungen könnten so noch einmal 30 Minuten Fahrzeit gespart werden. Außerdem brächte eine Reaktivierung dieser Strecke auch noch die Möglichkeit mit Direktverbindungen Karlsruhe - Rastatt - Wintersdorfer Brücke - Straßbourg schnellere Fahrzeiten als heute zu errreichen. Als Nebeneffekt würde die stark befahrene Rheintalschiene entlastet, wenn man einen Teil der Verkehre einfach auf die andere Rheinseite ins Elsass verlegen würde.
Allerdings müsste für diese Variante die derzeit nur von Lkw befahrene Rheinbrücke bei Wintersdorf erneuert und ertüchtigt werden. Das sollte mit den bei Kehl gesparten 300 Mio. Euro aber leicht möglich sein. Immerhin wurde das Bauwerk bis 1997 noch als Eisenbahnbrücke für die NATO vorgehalten.
Schade wäre eben, wenn - mal wieder - schon bestehende Infrastruktur einfach verkommt, während an anderer Stelle teuer gebaut wird.
