So, nachdem sich keiner gemeldet hat ergänze ich wenigstens mal meine Infos:
Thema: Bilder vom geplanten Stuttgart 21-Gelände am 14.02.2010
Am Sonntag, dem 14.02.2010 war ich im Schloßgarten und habe Bilder vom geplanten Stuttgart 21 Areal und UNSEREN Bäumen gemacht, natürlich auch von angrenzenden Bereichen und dem Hauptbahnhof / Südseite, die Bilder kann sich jeder anschauen, ich habe sie eingestellt bei:
http://www.mydrive.ch/ Der Anmeldename lautet: Gast@ps3178
Das Passwort: besucher
Jeder der das gerne möchte kann sie sich dort direkt anschauen, oder auch herunterladen.
Thema: Hauptbahnhof - Aufruf zum integralen Erhalt des Bonatz-Baus - Unterstützung der Urheberrechtsklage von Herrn Dübbers.
Wir werden immer mehr Parkschützer und das ist gut so und soll auch so weitergehen, wir sollten aber auch unseren Wiederstand gegen den geplanten Teilabriss des Bahnhofs bekunden.
Ich habe die Beitrittserklärung zur "Arbeitsgemeinschaft Hauptbahnhof Stuttgart" ausgefüllt und damit auch den Aufruf zum integralen Erhalt des Stuttgarter Hauptbahnhofes unterschrieben. Also, falls Ihr das noch nicht gemacht habt, bitte macht das auch, es verpflichtet Euch zu nichts, aber auch hier ist jede Unterschrift wichtig.
Näheres dazu auf der Seite:
http://www.hauptbahnhof-stuttgart.eu Ich habe auch ein Spende an Herrn Dübbers(Bonatz-Enkel) gemacht, um Ihn bei der Urheberrechtsklage zu unterstützen, ich denke es könnte nichts schaden wenn es mir viele gleichtun, aber das muß natürlich nach der eigenen Finanzlage jeder selbst entscheiden.
Thema: Spendenaufrufe
Ich habe auch ein Spende an Herrn Dübbers(Bonatz-Enkel) gemacht, um Ihn bei der Urheberrechtsklage zu unterstützen, ich denke es könnte nichts schaden wenn es mir viele gleichtun, aber das muß natürlich nach der eigenen Finanzlage jeder selbst entscheiden.
Und weil ich eh schon den Geldbeutel offenhatte hab ich auch gleich noch eine kleine Spende ans Aktionsbündnis überwiesen, bitte, ich will nicht angeben damit, aber vielleicht tut es mir der ein oder andere gleich, das ganze Material das wir vom Aktionsbündnis bekommen muß ja auch irgendwie finanziert werden und bevor Grube mir mein Geld in selbiger versenkt investiere ich lieber nachhaltig.
Thema: Zuwachsraten bei den Parkschützern
Ich habe mich am Montag, 01.02.2010 bei den Parkschützern registriert und habe die Parkschützer Nummer 3178 bekommen.
Am 17.02.2010 wurde die Nummer 7000 erreicht, also in 15 Tagen (ich habe mich am 01.02. abends registriert, und der 17.10 ist noch nicht vorbei, deshalb rechne ich die Tage nicht mit) 3822 Registrierungen - das sind pro Tag durchschnittlich ca. 255 neue Parkschützer. Hofffentlich geht es so weiter, dann wären wir in 12 Tagen insgesamt 10.000 - theoretisch.
Thema: Solidarität mit dem Kölner Protest:
Ich habe mir die Seite des Kölner Widerstandes angeschaut und konnte schon nach kurzer Lektüre der Schlagworte erkennen das wir viel gemeinsam haben mit den Kölnern, nur das die bedaurerlicherweise schon an den Folgen der Verarschung leiden müssen, die Idee die Gruppierungen zu vernetzen würde beide Gruppen stärken. Ich habe mich bereits auf der Seite solidarisch zur Kölner Bewegung bekannt.
http://www.koelnkannauchanders.de/start/Thema: Veranstaltung im Theaterhaus - Stuttgart 21 auf Herz und Nieren - 24.02.10
Herr Dr. Peter Conradi hat freundlicherweise die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
"Stuttgart 21 – auf Herz und Nieren" (2. Überarbeitung = Endfassung)
Ergebnisse (*)
der Veranstaltung der "AnStifter" am 24.02.2010 im Theaterhaus Stuttgart
mit Sascha Behnsen und Rafael Ryssel
1. Nach der bisherigen Planung soll im vorhandenen S-Bahn-Flughafenbahnhofs ein Gleis in beiden Richtungen von der S-Bahn, das andere in beiden Richtungen vom Fern- und Regionalverkehr genutzt werden. Das würde ständige Gleiswechsel erfordern und erscheint fahrplantechnisch als nicht machbar. Auch die unterschiedlichen Bahnsteighöhen und der Mischbetrieb in den Tunnels sind problematisch. Bislang hat das Eisenbahnbundesamt (EBA) diese Planung nicht genehmigt.
Anmerkung: Diese Variante bedarf einer Ausnahmegenehmigung des Eisenbahnbundesamtes der bis zum Nachweis der Tunnelsicherheit auch nicht gegeben wird, es geht dabei um den Nachweis der Bahn das die engeren Tunnels (die für den S-Bahn Betrieb konzipiert wurden) die gleiche Sicherheit bieten wie Tunnels die für den normalen Zugbetrieb.
2. Die bei S 21 vorgesehene eingleisigen Kurven (Anschlüsse) bei Wendlingen und Rohr für die Einführung von Zügen auf die NBS sind wegen der Steigungen, der engen Kurvenradien, der notwendigen Gleiswechsel und der für Güterzüge nicht ausreichenden Länge problematisch.
3. Bei den Gutachten zum Vergleich der Projekte S 21 und K 21 (Prof. Martin) für die planungsrechtlichen Entscheidungen (u.a. VGH Mannheim) wurde der kritische Bereich auf den Fildern ausgeklammert.
4. Tunnelquerschnitte: Diesen Absatz habe ich aufgrund von Hinweisen mehrerer Fachleute gestrichen.
5. Der für S 21 vorgesehene Wangener Tunnel (Unterfahrung Wangen, B 10 und Neckar) muss bei Neckarhochwasser und erhöhtem Grundwasserspiegel geflutet werden. Die Ein-/Ausfahrtgleise dieses Tunnels rücken in Obertürkheim näher an die vorhandene Wohnbebauung heran als die derzeitigen Gleise und auch näher als die zusätzlichen Gleise bei K 21. Die Lärmbelästigung hier wird bei S 21 grösser als bei K 21.
6. Beim S 21-Tunnelbahnhof gibt es höhengleiche Kreuzungen der Zu/Abfahrten der Hauptstrecke (Zuffenhausen-Hbf-Ulm) mit den Zu/Abfahrten nach Cannstatt und Wangen mit der Folge von Fahrstrassenausschlüssen, zB. bei betrieblichen Störungen (Weichenstörungen, Personenunfällen, Zugverspätungen).
7. Bei Notfällen in den Tunneln gibt es nur eingeschränkte Flucht- und Rettungswege über die Heilbronnerstrasse, die im Notfall gesperrt werden müsste.
8. Ein Integraler Taktverkehr (Schweizer Modell) ist im S 21-Tunnelbahnhof nicht möglich; realisierbar wären Anschlüsse im Fern-, Regional- und Nahverkehr im 15-min-Abstand. Die geplanten Fahrpläne sind "anspruchsvoll", d.h. dicht und bei Störungen und Verspätungen wenig flexibel.
9. Der vorhandene Kopfbahnhof ist bei Verspätungen robuster; bei Trennung der Zugarten in den Vorortbahnhöfen (wie in den 30er Jahren geplant und realisiert) hat er noch Leistungsreserven.
10. Wesentliche Planfeststellungsabschnitte für die NBS sind noch nicht rechtskräftig.
11. Das Zugaufkommen auf der Filstalstrecke (Geislinger Steige) war in den letzten Jahren rückläufig; von einer Überlastung ist keine Rede, zumal die Güterzüge wegen der zusätzlichen Kosten (Zusatzloks für die Geislinger Steige) inzwischen über Würzburg geleitet werden. Die Alternative über Aalen-Donauwörth ist nachts geschlossen; sie würde ausserdem ein Kopfmachen der von Norden kommenden Güterzüge in Untertürkheim erfordern. Die geplante NBS ist für normale Güterzüge zu steil (siehe oben unter 2).
12. Der für S 21 geplante Abstellbahnhof in Untertürkheim erfordert längere Leerfahrten der Züge von und zum Tunnelbahnhof mit der Folge höherer Trassen- und Stationskosten sowie Einschränkung der Leistungsfähigkeit der Zu/Abfahrten des Tunnelbahnhofs.
Nicht geredet wurde über Kostenberechnungen und -aufteilung, über geologische Probleme, über Auswirkungen auf andere vordringliche Projekte im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) und über die "Streichliste" der DB
PS: Die Vorstellung der Referenten und Veranstalter, es gäbe so etwas wie "neutrale" Wissenschaften, deren Ergebnisse nicht hinterfragt und bewertet werden dürfen, halte ich für wirklichkeitsfremd.
(*) Es ist möglich, dass ich bei meiner Aufzählung etwas vergessen, falsch verstanden oder falsch wiedergegeben habe. Deshalb bin ich für Hinweise und Kritik dankbar.
Peter Conradi
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von M. Rupp:
Liebe Mitbürger,
hier einige Informationen zum Thema "Gegen Stuttgart 21 (Stuttgart 21), für Kopfbahnhof 21 (K21)
1. Das Wichtigste (01.05.2009)
Stuttgart 21 ist noch nicht unumkehrbar, auch wenn es so von einigen Politikern dargestellt wird. Ziel dieser Politiker ist es, die Stuttgart 21 Gegner zu entmutigen: "Gegen Stuttgart 21 zu kämpfen, macht keinen Sinn mehr". Dem ist nicht so!
Die geplanten Kosten für Stuttgart 21 werden von der Stadt mit 3.100 Millionen EURO angegeben. Allerdings ist der Bundesrechnungshof (eine einigermaßen neutrale Instanz) bei seiner Prüfung auf Kosten von 5.300 Millionen EURO gekommen. Das von den Stuttgart 21 Gegnern beauftragte Münchner Ingenieursbüro Vieregg & Rößler kam auf Kosten von 6.900 Millionen EURO bis 8.700 Millionen EURO. Interessant ist, dass dem Bundesrechnungshof im Rahmen der Finanzierungsvereinbarung erweiterte Prüfrechte eingeräumt werden mussten (PS: Teile der Finanzierungsvereinbarung sind streng geheim. Nicht einmal der Fraktionsvorstand der Landtags-CDU, geschweige denn die Presse durfte diese sehen - warum wohl?)
Bisher war ich noch nie politisch aktiv. Aber das was in Stuttgart gerade passiert (Missachtung des Bürgerentscheids durch bestimmte Politiker, Falschinformation der Bürger, etc.), möchte ich mir nicht gefallen lassen. Lasst es Euch auch nicht gefallen und werdet aktiv!
2. Warum bin ich gegen Stuttgart 21? (01.05.2009)
Weil es für das was es bringt viel zu teuer ist. Das Geld, das in das Mega-Projekt Stuttgart 21 investiert wird, wird in vielen kleineren sinnvollen Bahnprojekten und für viele andere Dinge fehlen.
Weil es das bessere Konzept Kopfbahnhof 21 (K21) gibt (Kosten von 2.000 Millionen EURO).
3. Allgemeine Informationen (01.05.2009)
Diese Email stellt natürlich meine persönliche Meinung dar. Wer die Zeit investieren will, sollte sich also am besten selbst im Internet (zum Beispiel: Google) informieren. Hier die zwei Hauptadressen:
Gegen Stuttgart 21:
http://www.kopfbahnhof-21.deFür Stuttgart 21:
http://www.das-neue-herz-europas.deStuttgart 21 hat sehr viele Vorteile, wenn man es mit dem jetzigen alten Zustand des Stuttgarter Bahnhofes bzw. Gleisanlagen vergleicht. Ein solcher Vergleich hinkt natürlich. Dazu eine interessante Seite: Stuttgart 21-Werbe-Broschüre "21 GUTE GRÜNDE FÜR STUTTGART 21" mit Kommentierung der Stuttgart 21-Gegner:
http://www.siegfried-busch.de/page18/page18.htmlVorsicht ist bei der Lektüre der "Stuttgarter Zeitung" und der "Stuttgarter Nachrichten" geboten. Diese sind abhängig von der Stadt und berichten entsprechend einseitig. Berichte in der FAZ, TAZ, Deutschlandfunk, etc. sind wesentlich kritischer. Interessant ist folgende Tatsache: Obwohl der Stuttgarter Oberbürgermeister das Informationsmonopol und viel Geld (unser Steuergeld) für Hochglanz-Broschüren für jeden Haushalt zur Verfügung hat, ist eine deutliche Mehrheit der Stuttgarter Bürger gegen Stuttgart 21.
Vorsicht auch bei bestimmten Gutachten, die von der Stadt "beauftragt" wurden oder vor den Veröffentlichungen des Herrn Arnold, des Technikvorstands der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), also quasi eines "Mitarbeiters" des Oberbürgermeisters.
4. Wie funktioniert das Konzept Stuttgart 21 (Stuttgart 21)? (01.05.2009)
Der heutige Stuttgarter Hauptbahnhof ist ein Kopfbahnhof mit 16 Gleisen. Mit Stuttgart 21 wird dieser in einen Durchgangsbahnhof mit 8 Gleisen gewandelt. Die Bahnhofsgleise werden um 90 Grad gedreht und in die Tiefe gelegt. Die Bahnhofsgleise befinden sich dann dort, wo man heute in die Züge einsteigt. Auf der einen Seite des Stuttgart 21-Bahnhofs gehen die Gleise neben dem Wagenburgtunnel in den Berg hinein und führen in dem 9,5 km langen Filderaufstiegstunnel zum Flughafen und von dort entlang der Autobahn Richtung Wendlingen. Ein weiterer Tunnel beginnt beim Hauptbahnhof, unterquert den Neckar und endet im neuen Abstellbahnhof Untertürkheim. Ingesamt werden 34 Kilometer Tunnel benötigt. Die langen Tunnelstrecken machen Stuttgart 21 so immens teuer.
5. Wie funktioniert das Konzept Kopfbahnhof 21 (K21)? (01.05.2009)
Das Konzept Kopfbahnhof 21 (K21) wurde 2004 von dem VCD (Verkehrsclub Deutschland) basierend auf Plänen der Deutschen Bundesbahn (der Variante H') entwickelt. Der Hauptbahnhof wird renoviert (da könnte man wirklich was Schönes draus machen) und die Bahnhofs-Kapazität durch eine Neuordnung der Gleisanlagen wesentlich erhöht. Für den Schnellverkehr werden zwei zusätzliche Gleise entlang der bisherigen Bahnstrecke im Neckartal gebaut. Diese überqueren dann zwischen Obertürkheim und Mettingen den Neckar und führen in einem 9 km langen Tunnel Richtung Scharnhausen und von dort wie bei Stuttgart 21 entlang der Autobahn Richtung Wendlingen. Bei K21 führt die ICE-Strecke nicht über den Flughafen. Das Konzept K21 wurde auch von einigen namhaften Verkehrsexperten geprüft und die Funktionsfähigkeit bestätigt. Hinweis zu dem Verband VCD: Dieser umfasst 70.000 Mitglieder und propagiert alternative Verkehrsmittel, vertritt also unter anderem die Interessen der Bahnfahrer.
6. Warum hat man sich nicht für das Konzept K21 entschieden? (01.05.2009)
Die Geschichte von Stuttgart 21 beginnt bereits im Jahr 1986 und beruht auf einem Vorschlag von Gerhard Heimerl, einen unterirdischen viergleisigen Durchgangsbahnhof zu bauen, wobei die oberirdischen Gleise des bestehenden Kopfbahnhofes erhalten geblieben wären. Verschiedenen Strecken- und Bahnhofs-Varianten wurden untersucht. Die Bahn wollte bis Herbst 1993 aus Kostengründen die Variante H-Minus bauen (diese entspricht ungefähr dem Konzept K21). 1994 ist der offizielle Startzeitpunkt von Stuttgart 21. Die Politik wollte unbedingt die direkte Anbindung des Flughafens an die Schnellbahntrasse und de facto ging es der Deutschen Bahn unter dem damaligen Vorstand Heinz Dürr um die Veräußerung von Bahnflächen und die Stadt Stuttgart war natürlich an den freiwerdenden Flächen für die Stadtentwicklung sehr interessiert. Stuttgart 21 ist also primär kein Bahnprojekt, sondern hauptsächlich ein Immobilienprojekt. Deshalb weist es ja auch so viele funktionelle Mängel auf. Weitere Informationen zur Geschichte siehe:
http://www.wikipedia.de (Suche "Stuttgart 21").
7. Macht eine ICE Anbindung des Flughafens überhaupt Sinn? (01.05.2009)
Eigentlich nicht. Der TGV in Frankreich ist so erfolgreich, weil er wenige Haltepunkte hat. Bei Stuttgart 21 würde der ICE bereits nach 14 Kilometern am Flughafen halten. Deshalb ist geplant, dass nur jeder dritte ICE am Flughafen halten soll. Das heißt, wenn man mit der Anschlussverbindung nicht gerade Glück hat, wartet man dafür länger auf den nächsten ICE. Zudem muss für den ICE ein neuer Flughafenbahnhof zwischen Messe und Flughafen in 26 Meter Tiefe gebaut werden. Rechnet man die Zeit für die zusätzliche Fußgänger-Wegstrecke dazu, gelangt man mit dem Alternativkonzept K21 genauso schnell vom Hauptbahnhof zum Flughafen. Wichtig für die Flughafenanbindung ist der Regionalverkehr und weniger die ICE-Verbindung. Wer fährt schon von Mannheim oder Augsburg auf den "Großflughafen" Stuttgart. Richtig ist aber, dass man mit Stuttgart 21 von Ulm schneller am Stuttgarter Flughafen ist.
8. Städtebaulicher Aspekt (01.05.2009)
Ein Vorteil von Stuttgart 21 ist, dass die freiwerdenden Gleisflächen für städtebauliche Maßnahmen genutzt werden können. Allerdings können die meisten Flächen frühestens 2020 bebaut werden (wenn alles nach Plan läuft). Offen: Brauchen wir den Wohnraum dann noch? Durch die Bebauung wird eine schlechtere Belüftung des Talkessels befürchtet, da die heutige Gleisschneisse auch eine Frischluftschneisse darstellt. Übrigens bleibt das später funktionslose Bahnhofsgebäude (der Bonatz-Bau) zum größten Teil stehen und bildet zusammen mit der 8m-Erhöhung des Stuttgart 21-Halbtiefbahnhofs eine Trennung zu dem neuen Stadtteil (da die S-Bahn Gleise von dem Stuttgart 21-Halbtiefbahnhof überquert werden müssen, befindet sich der Stuttgart 21-Bahnhof nicht komplett unter der Erde, sondern bildet eine Erhöhung von 8m Höhe quer durch den Schlossgarten). Auch bei K21 werden Flächen für die Stadtentwicklung frei (ca. 75% der Stuttgart 21-Flächen), aber mit dem großen Vorteil, dass diese sofort genutzt werden könnten.
9. Nutzen für den Bahnkunden? (01.05.2009)
Je nach Einstiegspunkt und Ziel ist der Bahnkunde mit Stuttgart 21 oder mit K21 schneller. Für den Regionalverkehr ist K21 vorteilhaft. Dadurch dass der Kopfbahnhof 21 doppelt so viele Gleise aufweist wie der Stuttgart 21-Bahnhof, können mehr Umsteigebeziehungen zwischen den Zügen hergestellt werden. Der integrale Taktfahrplan, das Erfolgsrezept der Schweizer Bahnen, kann nur mit K21 realisiert werden. Interessant ist, wie der Stuttgart 21-Halbtiefbahnhof auf den Fahrgast wirkt. Selbst die Stuttgart 21-Befürworter sagen, dass der Bahnhof einen höhlenartigen Charakter hat (die Deckenhöhe ist begrenzt, oder man müsste die 8m-Erhöhung des Bahnhofs höher machen). Zu denken geben muss allen Bahnfahrern, dass der VCD (der Interessenverband der Bahnfahrer) ein vehementer Gegner von Stuttgart 21 ist!
10. Reicht der Kopfbahnhof für die Zukunft aus? (01.05.2009)
Das von den Stuttgart 21-Gegnern beauftragte Münchner Ingenieursbüro Vieregg & Rößler gab dazu folgende Auskunft: "Die Kapazität des verbesserten 16-gleisigen Kopfbahnhofes liegt um ca. 50% über der des geplanten nur 8-gleisigen Durchgangbahnhofes, dessen knappe Kapazitäts-Bemessung in Fachkreisen häufig kritisiert wird". Bei K21 ist eine nachträgliche Kapazitätserhöhung möglich, bei Stuttgart 21 so gut wie unmöglich (da unterirdische Bauweise).
11. Ist Stuttgart 21 ein Konjunkturprogramm? (01.05.2009)
Das ist eingeschränkt richtig. Es bringt Arbeit für bestimmte höherqualifizierte Stuttgarter Arbeitskräfte (Verkehrsplaner, Vorarbeiter, etc.). Die Mehrzahl der Arbeitsplätze entsteht für Arbeiter aus Osteuropa, die bei den Bauunternehmen als Sub-Sub-Unternehmer beschäftigt sind (die Arbeitsplätze gönne ich diesen auch). Geplant ist ein Containerdorf für 3900 Arbeitskräfte zu errichten. Die Mehrzahl der Arbeitsplätze wird aber nicht in 2010 entstehen, da Stuttgart 21 erst einmal anlaufen muss. Bei K21 wird mit genauso vielen Arbeitsplätzen für Stuttgarter Unternehmen gerechnet, da die teuren Stuttgart 21-Tunnelarbeiten vermutlich von ausländischen Firmen aus den Alpen mit dem entsprechenden Know-How ausgeführt werden.
12. Kostet Stuttgart 21 die Stadt Stuttgart nur 31,56 Millionen EURO? (01.05.2009)
Die offizielle Zahl der Stadt suggeriert, dass die Anderen (Bund, Land, Bahnfahrer) den Großteil der Kosten bezahlen. Laut BUND Kreisrundbrief März 2009 müssen aber noch folgende Kosten für die Stadt dazugerechnet werden:
+ 260 Mio. (da aller Voraussicht der Risikofond in Anspruch genommen werden muss)
+ 359 Mio. anteilig (Zuschuss des Flughafens, an dem Stuttgart mit 35% beteiligt ist)
+ 212 Mio. (Verzicht auf Verzugszinsen gegenüber der Bahn, da Verzug Grundstücksnutzung)
+ 90 Mio. (überteuerter Kauf Mineralbad Berg, Anteil Verband Region Stuttgart, Verlegung U-Bahn Haltestelle, Schulumzug etc.).
Dazu noch ein aktueller Artikel (25.04.09) aus den Stuttgarter Nachrichten: "Stadthaushalt vor dem Absturz. Die Landeshauptstadt muss in diesem Jahr mit deutlich weniger Gewerbesteuereinnahmen rechnen als kalkuliert. Nach der Kommunalwahl ... beginnt die Debatte über die Streichliste".
13. Sicherheit in den Stuttgart 21 Tunneln (01.05.2009)
Die neue EU-Richtlinie schreibt Querstollen als Fluchtmöglichkeit mindestens alle 500 m vor. Bei Stuttgart 21 beharrt die Bahn jedoch aus Kostengründen auf den Abstand von 1000 m (Vergleich Eurotunnel: 375 m). Der Eurotunnel unter dem Ärmelkanal besitzt eine zusätzliche Fluchtröhre. Bei Stuttgart 21 ist keine Fluchtröhre geplant. Aussage eines erfahrenen Feuerwehrmannes zu Stuttgart 21: "Wer sich nicht selbst rettet, der kann nicht gerettet werden. Diese Tunnelplanung ist fast schon kriminell". Im Bahnhof Offenbach (zum Glück oberirdisch) gab es in der Vergangenheit einen ICE-Triebwerksbrand. Dieser konnte erst nach fünf Stunden gelöscht werden.
14. Gibt es keine Betriebsstörung? (01.05.2009)
Wenn ein Zug in einer Zufahrt des Stuttgart 21-Tiefbahnhofs liegen bleibt, ist die Hälfte des Bahnhofes blockiert. Auch bei einer Störung in dem langen Aufstiegstunnel zu den Fildern bietet K21 Vorteile. Bei K21 wird die heutige Panoramabahn (= Gäubahn zwischen Hauptbahnhof und S-Vaihingen ) bestehen bleiben und kann als Ausweichstrecke dienen. Das Thema "Gefahr von Terroranschlägen (was ich nicht hoffe) und deren Auswirkungen" möchte ich nicht vertiefen.
15. Weitere Gründe gegen Stuttgart 21 in Kurzform: (01.05.2009)
- Stuttgart 21 ist die größte Baustelle Europas für mindestens 10 Jahre
- Während der Bauzeit entfällt der mittlere Schlossgarten als Erholungsgebiet
- 250 große Bäume im Schlossgarten werden abgeholzt
- Risiko: Viele weiter Bäume werden durch die Grundwasserabsenkung gefährdet
- Risiko: Gefährdung des Bahnhofturms durch die Grundwasserabsenkung
- Risiko: Gefährdung der Stuttgarter Mineralquellen
- Risiko: Einsturzgefahr bei Untertunnelung von Häusern (siehe Köln)
- Abbruch der Seitenflügel des historischen Bahnhofsgebäudes (den Stuttgarter Denkmalschützern wurde ein Maulkorb verpasst).
16. Nicht alles glauben (01.05.2009)
Nicht alles glauben, was die Stuttgart 21-Befürworter schreiben. Hier einiges von OB Schuster:
- Mit K21 verliert der Stuttgarter-Hafen den Bahn-Anschluss. (falsch)
- Stuttgart 21 bindet den Stuttgarter Bahnknoten in Europas Schienennetz ein. (ist schon heute eingebunden)
- Als Alternative (zu Stuttgart 21) bliebe nur ein massiver Ausbau der Autobahn und der Bau eines Großflughafens. (falsch)
17. Aber auch noch Kritisches zu K21 (01.05.2009)
Auch das Alternativkonzept K21 ist ein Großbauprojekt, das bestimmte Nachteile hat. So kosten die zwei zusätzlichen Gleise entlang des Neckartals bis vor Mettingen wertvolle Grünflächen. Kritisch zu sehen ist auch, dass bei Stuttgart 21 die Planung wesentlich weiter fortgeschritten ist als bei K21 und dass die Finanzierung geklärt ist (... zumindest aktuell noch).
Liebe Grüße an alle die sich gegen das Projekt Stuttgart 21 wehren.
Jürgen Reinel
Parkschützer 3178